Im Teich

Im Teich
schwimmt ein Fisch
ein Roter
mit weißer Flosse
schwebend fast
ruhig
gelassen

Hinterhälig
taucht es auf
das Schwert
um zu teilen
was nicht mehr zu teilen ist
was nur scharfkantig
von allein fast
tiefste Wunden reisst

Im Teich
schwimmt ein Fisch
ein Gelber
mit schwarzen Flecken
zieht leise Kreise
ohne Hast
ohne Angst

Bebend
schießt sie nieder
die stahlharte Klinge
rücksichtslos
blind vor Wut
rasend geifernd
schäumt sie in
wilder Gier
nach allem
und doch nichts

Im Teich
schwimmen zwei Fische
ein Roter
und ein Gelber
laden mich ein
hier zu sein
ruhig und gelassen
ohne Angst
und in der Ferne

wenn die Klinge
hinterhältig
um sich schlägt

In Deinem Teich
schwimmen drei Fische...
 
Nachtschatten


Nachtschattenspiele

des Mondes Finger
bewegen Dunkelheit
an grauen Tapeten
alter Vergangenheiten
alles gleicht sich
und nichts bekennt mehr Farbe
flüchtet nur
in stumme Schatten

Grenzen zeigen sich
nur selten
und wenn
dann stolperst Du
nur schmerzhaft über sie hinweg
denn auch Deinen Blick
hat die Nacht
in Schatten gelegt

So bleibst Du still
wartest auf den Morgen
auf das Licht
welches Dich wieder sehen lässt
wo Du in der Nacht noch
schmerzhaft angeeckt bist

Und Du wartest
voller Sehnsucht
auf das Farbenspiel
des Morgens...



Farbenspiel des Morgentau



Die Nacht
hat ihre Tränen
in weiche Kelche gelegt
wie eingeschlossen bleiben sie
in Dämmerungen der Gedanken

Doch wenn das erste Licht
liebevoll sie weckt
die zarten Blätter
und wie ein Maler
sie überzieht
dann recken sie neugierig
ihre Köpfe ihr entgegen
der Wärme

Im sanften Farbenspiel
des Morgentau
erwacht die vergängliche Schönheit
des Tages
und doch
bleibt es
eine wiederkehrende Vergänglichkeit
und jeden Morgen
befreit sie Dich erneut
aus den Schattenspielen
der Nacht

Ein Wechselspiel
des Lebens
 
 
 
Sternenglanz und Himmelworte



Gebeugt gehst Du
durch fallenden Dunkelregen
ziehst unberührte Kreise
auf glatten Wasser
immer suchend
immer fragend
nach Worten
die Sprache längst vergessen haben

Ungesagte Worte
zieren Deine Wegesränder
blühen wild entgegen Dir
doch die Schönheit ihresgleichen
hast Du längst
an Erinnerungen verloren

Nichts blieb
und nichts verriet
was tänzelnd leicht einst
Dein Sein durchzog
es scheint
als hätte all das Wundervolle
einst der Wind im Sturm geraubt

Und nun
nun stehst Du vor mir
gebeugt
verloren
und Tränen fallen
in Dein gebrochenes Herz
benetzen
was aus Glas mir scheint

Behutsam
fange ich dies Gut
wie Perlen trauriger Natur
streiche zart Dir von den Augen
was Dir noch den Blick verwehrt

für Sternenglanz und Himmelworte
Seelenzauber
Kostbarzeit
lege Glanz in Deine Mitte
und ein Staunen hinterher

Das Leben
läuft nur vorwärts
und nie allein

 


Regenbogenbrücke


Es war die Nacht
die Du Dein Eigen nanntest
der Dunkelheit Stille
wenn Farben ruhen
und Welten Melodien
leise verklingen

Es waren Träume
die Dich am Leben hielten
sternbestickt
mit dem Hauch der Sehnsucht
greifbar
fühlbar
zwischen Deinen Zeilen

Es war der Bann
den Du um andre legtest
und um Dich selbst
so unnahbar

Nun
ist es Dein Gehen
das verstummen lässt
Dein Wenden zur Heimat
zur Geborgenheit

Und nichts mehr
rührt Dich an
nur lächelnd
stehst Du dort
am Regenbogen
der sich schlägt
wie eine Brücke

zurück
nach Hause
und Du wirst
zu dem was Du stets wolltest
dem Geist der Nacht
der immer noch wacht

Was mir bleibt
ist ein Lächeln
nur für Dich
das Wissen
es geht Dir gut
und wenn der Schmerz
auch tief noch greift
so weiß ich
es ist ein Teil von Dir

Still
wende auch ich
den Blick

zum Leben hin

 

 
 
 
 
 
 

STRANDIMPRESSIONEN


Glutend
stiehlt sich der Tag
in die Nacht
und ein letztes Mal
küsst die Sonne
still das Meer

Einsam
liegt der Strand
und der Sand
unter meinen Füßen
er birgt die letzten Geheimnisse
der Vollkommenheit
lässt sich zeichnen
mit meinen Spuren
die doch wieder weichen werden

So fülle ich ihn
in eine kleine Sanduhr
den Sand voller Momente
der Stille
der Gelassenheit

Und ich werde sie wenden
die kleine Uhr
bis die Zeit bereit ist
für meine Wiederkehr



Wilder Mohn



Fast lautlos
ist mein Ankommen
mein Streifen
in Deinen Träumen

Gedanken
kleine Perlen
völliger Ebenmäßigkeit
legen sich in die Schalen
Deiner Seele
geborgen

Und nichts
rührt sie an
die Liebe
bedacht erblühend
wie wilder Mohn
im sanften Spiel
mit der Weite

Hier
kann ich ruhen
kann ich weilen
in den Feldern
längst vergessener Stille
welche nur Dein Blick durchbricht
sprechend ohne Worte
die Liebe

die Du in Dir trägst




Zerissen



Unruhe
sie jagt die Nacht
jagt dem Schlaf hinterher
doch stets auf der Flucht
vor der Stille
die allzu laut scheint
zwischen Hier und Gleich

Es ist ein Nicht-ankommen
ein Streben nach Vollendung
das kein Ende kennt
ein Fortbleiben
in Heimweh getränkt

Es soll nicht sein
was gerade ist
und auch nicht werden
was nicht ist

Zerissen

Still ist die Nacht
im Schlafe liegend
hat sie müde die Augen geschlossen
zuviel gesehen
zuviel gehört
zu oft gejagt

So ist es eine Flucht geworden
meine Flucht
hier bin ich ungesehen
nur ein Schatten im Schatten
und alles ist
wie es ist
nur mehr verborgen
und leichter zu ertragen

Alles ist gleich
alles vollkommen
und auch unvollendet
wenn der Tag die Klarheit raubt
das Licht des Scheins

So flüchte ich mich
in die Nacht
die mir zeigt
was wirklich ist



Pergamenthaut


Scharf
kratzt die Feder der Seele
Worte auf die Haut
die Pergament so ähnlich geworden ist
dünn und leicht verletzbar
hat sie an Reißfestigkeit verloren

Und es schmerzen die Worte
schmerzt die Feder
die tiefe Wunden schreibt
auf Blässe
mit blutender Tinte
bis leer sie ist
im Sein

und doch
trägst Du keine Schuld
für diesen Schmerz
denn ich war es
die dünnhäutig wurde




Fremde Spuren

Ich wandle
auf fremden Spuren
die so vertraut
gezeichnet liegen

und leise
ist Dein Folgen
tränenschwer
die Schritte

Ich blicke nicht nach vorn
nur zurück auf Dich
der Du dort stehst
vertraut und wissend
manchmal fremd

und stille Trauer
lässt fallen ihr Kleid
um Dich
um mich

Und legst Du
Deine Hände
schützend über mich
sprichst Worte voller Kraft
und Zuversicht

so werde nicht nur ich
sie hören
und sie fühlen

 


Natures tender


Vertrauend
beschreiben Hände
eine Stille
die keine Ruhe kennt

nur Hingabe
und Demut

Hinter geschlossenen Lidern
träumen die Gedanken
den Traum des Lebens
unter klarem Blick

Einzigartigkeit

gebunden im Moment
eine Ewigkeit für sich
vergänglich
und nie wiederkehrend

Zärtlichkeit
in Wildheit geformt
legt sie sich
auf weiche Schatten
unberührt
und unbeirrt

Und langsam
vage noch
begreife ich
was Zerbrechlichkeit
bedeutet

jene Zerbrechlichkeit des Moments
der alles
bedeuten kann



Himmelblau



Hier
an diesem Ort
an dem der Himmel
sich selbst betrachtend
in glatter Fläche spiegelt

wo der Wind
spielerisch
federleichte Wolken
über Sonnenstrahlen
bewegt

Hier
an diesem Ort
an dem Grenzen unbekannt sind
und der Horizont verschwimmt
und das Blau tiefer ist
wie nirgendwo sonst

Hier
kann ich noch Staunen
über die Einfachheit
und Natürlichkeit
gleich
als wäre es
niemals anders gewesen
nur habe ich
es nie so gesehen



Neue Wege


Einst
bannte sie den Schmerz
tief in die Haut
schrieb mit der Feder
der Verzweiflung
den eigenen Körper wund
einem Schlachtfeld
so gleich

Irgendwann
schlossen sich
jene Wunden
schlossen den Schmerz ein
der doch nie nachließ

und heute
wenn er traurigen Blickes
diese Erinnerungen streift
fühlt sie ihn noch
den Schmerz der Vergangenheit

und doch
sucht er heute
Wege aus klaren Augen

Und sie lernt
die Tränen neu




Der Kuss des Morgens

In ebenmäßigen Zügen
liegt Dein Träumen
fern der Realität

und wenn
die Nacht
leise glutend
vor dem Tage flieht
dann lege ich mich
wie ein neuer Morgen
an Deine Seite
lege mein Licht
auf Deine zarte Haut
und die steigende Wärme
auf Dein Gesicht

Und bevor lautlos
ist mein Gehen
hauche ich Dir
einen Kuss auf Deine Stirn

und Du wirst wissen
wenn Du erwachst

Ich war hier






Blütenvoll



Blütenvolle Hände
auf einem Streifzug
durch Farben
welche allein
dem Regenbogen gehören

ein flüsterndes Streicheln
erzählend von jenen Tagen
voll der Liebe

und ein Hauch Sehnsucht
erfüllt jene Kelche
welche sich drehen
nach der Windesstimme

und bedacht neigen
sie die Köpfe
die Blüten
welche zwischen meinen Fingern
ruhen

lauschend
wenn ich erinnernd
lächelnd
erzähle

von Dir


Mariella am 12.07.2008 20:57


Schutzengel


Auf Deinen Wegen
in Deinen Spuren
im Gedanken
und stets wachsam

begleitet er Dich
wachend
schützend
nur eine Hand weit
entfernt

Dein Schutzengel

den ich sand
an Deine Seite

und er wird achten
auf Dich
und Deine Seele
dass nichts
Dich angreift

in Stunden
Tagen
die ich nicht
mit Dir teilen kann

Und bist Du einsam
so wird er sich
zu Dir wenden
an meiner statt
mit drei Worten

Ich bin da...






Wenn ich...



Wenn ich
ein Baum wäre
ich würde immer Dir
ein starker Halt sein
im Sturm Deines Lebens


Wenn ich
ein Windhauch wäre
ich würde Dich in
einsamen Stunden zart berühren
und leise Lieder Dir wispern

Wenn ich
der Regen wäre
ich würde Dir
das Leben spenden
und Klarheit

Wenn ich
Schwingen hätte
groß und stark
ich würde Dich forttragen
an Orte voll der Ruhe

Wenn ich
eine Löwin wäre
ich würde schützend mich
vor Dich stellen
in den Kämpfen Deines Lebens

Doch ich bin
nur Mensch
und mir bleibt nur
die Zuneigung, das Vertrauen
und die Zärtlichkeit
die ich Dir schenken kann

Wenn ich
Dir leise sage

Danke
dass es Dich gibt
in meinem Leben

 
 

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